Wie sich Wohnungskatzen mit Infektionen anstecken können: verborgene Risiken, an die viele Halter nicht denken
Auch eine Katze, die ausschließlich in der Wohnung lebt und nie nach draußen geht, ist nicht vollständig vor Infektionsrisiken geschützt. Viren und andere Krankheitserreger können über Hände, Schuhe, Kleidung, Transportboxen, Decken, den Kontakt mit fremden Katzen oder nach einem Besuch in der Tierarztpraxis ins Zuhause gelangen. Dieser Artikel erklärt, warum Hygiene, Vorsicht und die bewusste Wahl der Tierarztpraxis besonders für Kitten und Wohnungskatzen wichtig sind.

Viele Katzenhalter glauben, dass eine Katze, die ausschließlich in der Wohnung lebt, nie nach draußen geht und keinen Kontakt zu anderen Tieren hat, kaum ernsthaften Infektionsrisiken ausgesetzt ist. In vieler Hinsicht senkt eine reine Wohnungshaltung das Risiko tatsächlich deutlich. Eine Wohnungskatze kämpft nicht mit Straßenkatzen, frisst draußen kein unbekanntes Futter, trinkt nicht aus Pfützen, kommt nicht mit vielen fremden Katzen in Kontakt und ist weniger Unfallgefahren ausgesetzt.
Aber Wohnungshaltung bedeutet keine vollständige Isolation. Infektionen können in ein Zuhause gelangen, ohne dass die Katze selbst jemals die Wohnung verlässt. Manchmal werden Erreger von Menschen eingeschleppt: an den Händen, an Schuhen, an Kleidung, an Taschen, Transportboxen, Decken oder anderen Gegenständen. Manchmal entsteht ein Risiko nach dem Kontakt mit einer fremden Katze. Manchmal nach einem Besuch in der Tierarztpraxis. Und manchmal nach einer gut gemeinten Handlung, wenn jemand draußen ein krank wirkendes Kitten streichelt oder füttert, nach Hause kommt und sofort die eigene Katze berührt.
Der Zweck dieses Artikels ist nicht, Katzenhalter zu verängstigen oder sie davon abzuhalten, Tieren zu helfen. Und er soll ganz sicher nicht davon abhalten, tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tierärztliche Versorgung ist unverzichtbar. Aber jeder Halter sollte verstehen, dass Infektionsschutz nicht nur im Zuhause des Züchters oder in der Tierarztpraxis beginnt und endet. Er setzt sich jeden Tag im normalen Familienleben fort, besonders wenn ein Kitten, eine junge Katze, eine ältere Katze oder eine Katze mit geschwächtem Immunsystem im Haus lebt.
Eine Wohnungskatze lebt nicht in einem Vakuum
Eine Katze verlässt die Wohnung vielleicht nie, aber die Menschen im Haushalt gehen jeden Tag hinaus. Sie laufen durch Treppenhäuser, Straßen, Parkplätze, Geschäfte, Büros und Tierarztpraxen. Sie treffen andere Menschen und berühren manchmal andere Tiere. All das kann einen Weg schaffen, auf dem Krankheitserreger aus der Außenwelt in das Zuhause gelangen.
Für die meisten gesunden, korrekt geimpften erwachsenen Katzen ist dieses Alltagsrisiko niedriger als für Katzen mit Freigang. Aber niedriger bedeutet nicht null. Manche Erreger können in der Umgebung überleben und über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Besonders wichtig ist das nach Kontakt mit kranken oder unbekannten Katzen, Straßenkitten, Tieren aus Tierheimen oder Orten, an denen viele Katzen zusammenkommen.
Kitten sind besonders empfindlich. Ihr Immunsystem befindet sich noch in der Entwicklung, der Impfschutz entsteht nicht sofort, und der Stress des Umzugs in ein neues Zuhause kann die Widerstandskraft vorübergehend verringern. Deshalb verlangen die ersten Wochen nach dem Umzug besondere Aufmerksamkeit für Hygiene, Kontakte und unnötige Besuche an Orten mit erhöhter Infektionsbelastung.
Wie Infektionen ins Zuhause gelangen können
Viele Halter unterschätzen die häufigsten Übertragungswege.
- Hände nach dem Kontakt mit einer fremden Katze
Wer eine unbekannte Katze gestreichelt hat, besonders wenn sie krank, schwach, ungepflegt wirkt, Durchfall hat oder Ausfluss aus Augen oder Nase zeigt, sollte zu Hause nicht sofort die eigene Katze berühren. Zuerst sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Bei engem Kontakt ist es außerdem sinnvoll, die Kleidung zu wechseln. - Schuhe
Schuhe kommen mit Straßen, Erde, Treppenhäusern, Böden in Tierarztpraxen und anderen Orten in Kontakt, an denen kranke Tiere gewesen sein können. Katzen, besonders Kitten, sollten keinen Zugang zu Straßenschuhen haben. Viele Kitten schnuppern, spielen und erkunden gerne den Bereich an der Eingangstür, wodurch dieses Risiko leicht übersehen wird. - Kleidung
Wenn jemand eine fremde Katze auf dem Arm hatte, besonders eine kranke oder frei lebende Katze, können an der Kleidung Haare, Speichel, Sekrete, Kotpartikel oder anderes biologisches Material haften. Vor dem Kontakt mit der eigenen Katze ist ein Kleidungswechsel eine einfache und sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. - Transportboxen, Decken und Taschen
Eine Transportbox sollte in der Tierarztpraxis oder an anderen Orten, an denen Tiere laufen, nicht auf den Boden gestellt werden. Nach einem Besuch sollte die Box gereinigt und bei Bedarf mit einem für Katzen geeigneten Desinfektionsmittel desinfiziert werden. - Kontakt mit anderen Katzen
Auch wenn eine andere Katze gesund erscheint, kann sie sich in der Inkubationszeit einer Infektion befinden oder bestimmte Erreger tragen. Besondere Vorsicht ist bei Kitten, frei lebenden Katzen und Katzen aus Gruppenhaltung geboten. - Tierarztpraxen
Tierarztpraxen sind notwendig, aber es sind Orte, an denen täglich kranke Tiere vorgestellt werden. Eine gute Praxis sollte klare Hygieneregeln haben, trotzdem sollten Halter umsichtig handeln: die Transportbox nicht auf den Boden stellen, ein Kitten nicht im Behandlungsraum herumlaufen lassen und fremden Personen nicht erlauben, die Katze zu berühren. - Tierheime, Pflegestellen, Katzenpensionen, Grooming Salons und Katzenausstellungen
Überall dort, wo viele Tiere aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen, ist das Infektionsrisiko höher als in einem privaten Zuhause. Das bedeutet nicht, dass solche Orte immer gemieden werden müssen. Es bedeutet, dass das Risiko verstanden und kontrolliert werden sollte.
Warum der Kontakt mit einem Straßenkitten gefährlich sein kann
Viele Menschen reagieren ganz natürlich, wenn sie draußen ein schwaches oder krankes Kitten sehen: Sie möchten helfen, es streicheln, füttern oder hochheben. Das ist verständlich und mitfühlend. Aus Sicht des Infektionsschutzes können aber genau solche Situationen für die Katzen zu Hause gefährlich sein.
Ein krankes Straßenkitten kann eine Virusinfektion, Parasiten, eine Pilzinfektion oder eine hohe bakterielle Belastung haben. Es kann einfach nur “arm”, “hungrig” oder “ein bisschen krank” wirken und trotzdem eine Infektionsquelle sein. Besonders vorsichtig sollte man bei Kitten mit Apathie, Durchfall, Erbrechen, Augen oder Nasenausfluss, starker Schwäche, Austrocknung oder Koordinationsstörungen sein.
Im Laufe der Jahre haben wir tragische Fälle gesehen, in denen freundliches, aber unvorsichtiges Verhalten schwerwiegende Folgen hatte. In einem Fall fanden Halter draußen ein Kitten, das krank wirkte. Sie streichelten es, fütterten es und wollten helfen. Danach gingen sie nach Hause und begrüßten sofort ihre eigenen Katzen, die ihnen an der Tür entgegenkamen. Die Hände waren nicht gründlich gewaschen worden, die Kleidung wurde nicht gewechselt. Danach erkrankten 2 Wohnungskatzen an feliner Panleukopenie. 1 Katze starb. Die andere überlebte, aber nur nach einer langen, schweren und sehr teuren Behandlung.
Dieses Beispiel soll die Halter nicht verurteilen. Sie wollten einem Tier helfen. Der Fehler war nicht das Mitgefühl. Der Fehler war, die Bedeutung von Biosicherheit nicht zu kennen. Straßenkatzen zu helfen kann gut und menschlich sein, aber es muss so geschehen, dass die eigenen Katzen nicht gefährdet werden.
Feline Panleukopenie: ein Beispiel für eine Infektion, die leicht nach Hause gebracht werden kann
Die feline Panleukopenie ist eines der gefährlichsten und deutlichsten Beispiele dafür, warum Hygiene so wichtig ist. Sie ist nicht einfach eine “Straßenkrankheit” und nicht nur ein Problem heimatloser Tiere. Auch eine Wohnungskatze kann sich infizieren, selbst wenn sie niemals das Zuhause verlässt.
Das Panleukopenie Virus ist extrem ansteckend, leicht übertragbar und in der Umwelt sehr widerstandsfähig. Es kann über Schuhe, Kleidung, Hände, Transportboxen, Näpfe, Decken und andere Gegenstände nach Hause gebracht werden. Ohne korrekte Desinfektion kann das Virus sehr lange infektiös bleiben, bis zu 1 Jahr.
Katzen jeden Alters können gefährdet sein. Kitten und junge Katzen sind besonders empfindlich, aber auch erwachsene Katzen können schwer erkranken. Eine Impfung gibt Katzen deutlich bessere Chancen, ist aber keine absolute Garantie. Bei hoher Viruslast, Stress, geschwächtem Immunsystem oder einem ungünstigen Zeitpunkt der Exposition kann auch eine geimpfte Katze erkranken.
Nach praktischer Erfahrung erkranken Rassekatzen in reiner Wohnungshaltung bei solchen Infektionen oft besonders schwer im Vergleich zu gewöhnlichen Straßenkatzen oder Katzen mit teilweisem Freigang. Ein möglicher Grund ist, dass Rassekatzen in Wohnungshaltung meist in einer geschützteren Umgebung leben, weniger natürlichem Infektionsdruck begegnen und nach Umzug, Ausstellung, Operation oder anderem Stress anfälliger sein können.
In Ländern, in denen es fast keine frei lebenden Katzen gibt, ist die Infektionsbelastung in der normalen Umgebung meist deutlich niedriger, und in einigen Ländern ist das Risiko für Erkrankungen wie Panleukopenie praktisch gleich null. In Ländern mit vielen Straßenkatzen, Kolonien, Tierheimen, unkastrierten Tieren und einer niedrigen Impfquote in der frei lebenden Katzenpopulation ist das Risiko deutlich höher.
Speziell in Bezug auf Panleukopenie sollten Halter in Regionen besonders vorsichtig sein, in denen das Virus aktiv unter frei lebenden Katzen zirkuliert. Nach unserer praktischen Erfahrung und nach Berichten aus der Region gehören dazu unter anderem Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Zypern.
Zypern wurde zudem in Veröffentlichungen als Land beschrieben, in dem es schwere infektiöse Ausbrüche bei Katzen gab. Neben Ausbrüchen von Panleukopenie gab es dort einen weithin berichteten FIP Ausbruch, der mit einer mutierten Variante des felinen Coronavirus in Verbindung gebracht wurde, beschrieben als FCoV 23. Diese Variante verursachte häufiger FIP als gewöhnliche feline Coronaviren und traf nach Berichten aus Zypern eine große Katzenpopulation auf der Insel schwer. Wer sich damit genauer befassen möchte, kann die Materialien von International Cat Care und spätere wissenschaftliche Veröffentlichungen zu diesem Ausbruch lesen.
Impfung ist wichtig, macht eine Katze aber nicht unverwundbar
Die Impfung ist eines der wichtigsten Mittel, um Katzen vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Sie muss aber richtig verstanden werden. Eine Impfung bedeutet nicht, dass eine Katze garantiert niemals erkrankt. Sie bedeutet, dass das Immunsystem vorbereitet wurde und meist eine deutlich bessere Chance hat, eine Infektion schneller, milder und mit geringerem Todesrisiko zu bewältigen.
Bei gefährlichen Erkrankungen wie der felinen Panleukopenie kann die Impfung ein entscheidender Überlebensfaktor sein. Aber auch eine Impfung rettet nicht jede Katze. Bei hoher Viruslast, unvollständigem oder falschem Impfschema, geschwächtem Immunsystem, Stress, sehr jungem Alter, hohem Alter oder einem ungünstigen Zeitpunkt der Ansteckung kann die Erkrankung auch bei einem geimpften Tier schwer verlaufen. Die Impfung gibt deutlich bessere Chancen, aber keine absolute Garantie.
Wichtig ist auch: Impfstoffe wirken am besten gegen die Erregertypen oder Varianten, für die sie entwickelt wurden und gegen die sie eine ausreichende Immunantwort auslösen. Viren können sich verändern, und neue Varianten können sich anders verhalten. Es gibt keine Impfstoffe für Katzen gegen alle infektiösen Erreger. Die wichtigsten Basisimpfungen richten sich in der Regel gegen feline Panleukopenie, felines Herpesvirus und felines Calicivirus. Dieser Schutz ist äußerst wichtig, aber er umfasst nicht die gesamte infektiöse Realität von Katzen.
In den letzten Jahren wurden bei Katzen neue oder intensiver untersuchte virale Erreger beschrieben, die für die moderne Veterinärmedizin relevant geworden sind. Dazu gehören feline Morbilliviren, die im Zusammenhang mit chronischen Nierenerkrankungen und tubulointerstitieller Nephritis diskutiert werden; Domestic Cat Hepadnavirus, das mit Hepatitis, chronischer Lebererkrankung und hepatozellulärem Karzinom in Verbindung gebracht wird; Rustrela Virus, das mit der schweren neurologischen Erkrankung Staggering Disease verbunden ist; felines Gammaherpesvirus, das als persistierendes Herpesvirus bei Katzen untersucht wird; H5N1, hochpathogene aviäre Influenza, die in den letzten Jahren zu einem wichtigen Spillover Risiko für Katzen geworden ist; feline Astroviren, feline Bocaviren, feline Circoviren und weitere Erreger, die im Zusammenhang mit intestinalen, respiratorischen oder systemischen Erkrankungen diskutiert werden.
Metagenomische Untersuchungen identifizieren weiterhin zusätzliche vorläufige und neue virale Sequenzen. Einige davon können Zufallsbefunde sein. Einige können mit Erkrankungen zusammenhängen. Einige können erst zusammen mit anderen Faktoren problematisch werden: Stress, schwache Immunität, hohe Tierdichte, Koinfektionen oder schlechte Haltungsbedingungen.
Deshalb ersetzen Impfung und Hygiene einander nicht. Die Impfung verbessert die Chancen der Katze. Hygiene verringert die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Kontakts. Katzenhalter brauchen beides.
Tierarztpraxen: unverzichtbare Hilfe, aber keine sterile Umgebung
Tierarztpraxen spielen eine enorme Rolle für die Gesundheit von Katzen. Impfungen, Kastrationen und Sterilisationen, Routineuntersuchungen, Behandlungen, Chirurgie, Zahnmedizin und Notfallversorgung wären ohne Tierärzte nicht möglich.
Aber es ist wichtig zu verstehen: Eine Tierarztpraxis ist ein Ort, an den nicht nur gesunde Tiere zur Routineuntersuchung kommen. Dorthin kommen auch Tiere mit Durchfall, Erbrechen, Fieber, Atemwegssymptomen, Hauterkrankungen, Parasiten und Verdacht auf Virusinfektionen. Selbst in einer gut organisierten Praxis ist die Infektionsbelastung höher als zu Hause.
Besondere Vorsicht ist bei Kitten, jungen Tieren, älteren Katzen und Katzen nach Stress oder Krankheit geboten. In dringenden Fällen, bei schwerem Zustand, Operationen, Intensivtherapie oder komplexer Diagnostik kann eine voll ausgestattete Tierklinik mit stationären Möglichkeiten notwendig sein. Für einfache Routinebesuche kann es jedoch manchmal sinnvoller sein, eine kleinere ambulante Praxis ohne stationäre Aufnahme zu wählen, wenn sie kompetent und sorgfältig arbeitet und gute Hygienestandards einhält.
Eine Klinik mit stationärer Aufnahme ist an sich nicht schlecht. Im Gegenteil, solche Kliniken retten oft Tiere in schweren Fällen. Dort können sich jedoch auch mehr schwer kranke und potenziell infektiöse Patienten befinden. Deshalb kann ein Halter für eine Routineuntersuchung, Impfung, Chipkontrolle, Dokumente, eine einfache Beratung, Kastration oder Sterilisation eine Praxis mit einem geringeren Durchfluss infektiöser Patienten in Betracht ziehen.
Kastrationen und Sterilisationen sind chirurgische Eingriffe und müssen professionell durchgeführt werden, mit korrekter Anästhesie, Sterilität und Überwachung. Wenn der Eingriff aber geplant ist und das Tier gesund ist, ist es sinnvoll, nicht nur die Qualität des Chirurgen, sondern auch die Infektionsbelastung der Praxis zu berücksichtigen.
Was man vor einem Routinebesuch in der Praxis fragen kann
Für einen Routinebesuch mit einem Kitten oder einer Wohnungskatze ist es völlig normal, vorab einige Fragen zu stellen. Eine gute Praxis sollte sich dadurch nicht angegriffen fühlen. Eine ruhige und professionelle Antwort zeigt, dass die Praxis Infektionsschutz versteht.
Man kann fragen:
- Gab es in den letzten Tagen Fälle von feliner Panleukopenie oder Verdachtsfälle?
- Befinden sich derzeit Katzen mit schwerem Durchfall, Erbrechen oder Verdacht auf Infektionskrankheiten in stationärer Behandlung?
- Werden infektiöse Patienten getrennt untersucht?
- Gibt es ein eigenes Protokoll für Katzen mit Verdacht auf Virusinfektionen?
- Wird der Untersuchungstisch nach jedem Patienten desinfiziert?
- Welche Maßnahmen werden zwischen Patienten mit unterschiedlichem Infektionsstatus getroffen?
- Ist ein Termin gleich am frühen Morgen möglich?
- Kann man im Auto warten und direkt hineingehen, wenn der Raum bereit ist?
- Kann das Kitten bis zur eigentlichen Untersuchung in der Transportbox bleiben?
- Dürfen wir unsere eigene Einmalunterlage auf dem Untersuchungstisch verwenden?
Das ist kein Misstrauen gegenüber dem Tierarzt. Es ist normale Fürsorge für ein Kitten oder eine Wohnungskatze.
Wie man sich in der Praxis verhalten sollte
Vor dem Besuch:
- Verwenden Sie eine saubere Transportbox.
- Legen Sie eine saubere Einmalunterlage oder ein sauberes Handtuch hinein.
- Nehmen Sie keine unnötigen Gegenstände mit, die später schwer zu reinigen sind.
- Wählen Sie nach Möglichkeit eine Uhrzeit, zu der die Praxis weniger voll ist.
Während des Besuchs:
- Stellen Sie die Transportbox nicht auf den Boden, wenn sie auf einen Stuhl gestellt oder in den Händen gehalten werden kann.
- Lassen Sie das Kitten nicht im Wartezimmer herumlaufen.
- Erlauben Sie anderen Menschen nicht, das Kitten zu berühren.
- Vermeiden Sie jeden Kontakt mit anderen Tieren.
- Bitten Sie darum, den Untersuchungstisch zu desinfizieren, wenn Sie nicht gesehen haben, dass dies bereits geschehen ist.
- Verwenden Sie Ihre eigene saubere Einmalunterlage oder ein Handtuch auf dem Tisch.
- Halten Sie den Besuch so kurz wie möglich, wenn es nur um eine Routineprozedur geht.
Nach dem Besuch:
- Entsorgen Sie die Einmalunterlage.
- Wenn ein wiederverwendbares Handtuch oder eine Decke benutzt wurde, waschen Sie es bei hoher Temperatur.
- Stellen Sie die Transportbox zu Hause an einen Ort, an dem sie gründlich gereinigt werden kann.
- Reinigen und desinfizieren Sie die Transportbox bei Bedarf.
- Waschen Sie Ihre Hände.
- Wenn es in der Praxis Kontakt mit kranken Tieren oder kontaminierten Oberflächen gab, ist es besser, die Kleidung zu wechseln.
Was nach Kontakt mit einer fremden oder frei lebenden Katze zu tun ist
Wenn Sie eine fremde Katze gestreichelt, ein Straßenkitten gefüttert, einem kranken Tier geholfen oder ein Tierheim besucht haben, sollten Sie zu Hause nicht sofort Ihre eigene Katze hochnehmen. Das gilt besonders, wenn ein Kitten im Haushalt lebt.
Die richtige Reihenfolge ist einfach:
- Waschen Sie zuerst gründlich Ihre Hände mit Seife.
- Wenn es engen Kontakt mit einem kranken Tier gab, wechseln Sie die Kleidung.
- Lassen Sie Ihre Katze nicht an Straßenschuhen schnuppern.
- Stellen Sie Schuhe in einen geschlossenen Bereich.
- Bringen Sie keine Näpfe, Decken, Kartons oder Transportboxen nach Hause, die Kontakt mit einer Straßenkatze hatten, sofern sie nicht korrekt gereinigt und desinfiziert wurden.
- Wenn Sie ein krankes Kitten auf dem Arm hatten, ist es besser, zu duschen und die Kleidung zu wechseln, bevor Sie Ihre eigenen Katzen berühren.
- Wenn Sie regelmäßig Straßenkatzen helfen, halten Sie dafür separate Kleidung und Schuhe bereit.
Das ist keine übertriebene Vorsicht. Es ist eine einfache Gewohnheit, die schwere Erkrankungen verhindern kann.
Wenn Sie ein krankes Kitten finden
Wenn Sie draußen ein krankes Kitten sehen, handeln Sie umsichtig:
- Heben Sie es nicht mit bloßen Händen auf, wenn direkter Kontakt vermieden werden kann.
- Bringen Sie es nicht in Ihr Zuhause, wenn Sie Katzen haben, besonders Kitten.
- Kontaktieren Sie einen Tierarzt, eine Tierschutzorganisation, ein Tierheim oder erfahrene Tierschützer.
- Wenn das Kitten bewegt werden muss, verwenden Sie Handschuhe, einen Karton oder eine Transportbox, die später sicher gereinigt werden kann.
- Verwenden Sie diese Transportbox nicht für Ihre eigenen Katzen ohne korrekte Desinfektion.
- Waschen Sie nach dem Kontakt gründlich Ihre Hände, wechseln Sie Kleidung und reinigen Sie Ihre Schuhe.
- Lassen Sie keinen Kontakt zwischen dem gefundenen Tier und Ihren eigenen Katzen zu.
Die gefährlichste Entscheidung ist, ein gefundenes Kitten “nur für eine Nacht” direkt mit nach Hause zu nehmen und es ins Badezimmer oder in den Flur zu setzen, wenn bereits eigene Katzen im Haushalt leben. Selbst wenn die Tiere sich nie direkt begegnen, kann das Risiko über Hände, Schuhe, Kleidung, Oberflächen und Gegenstände bestehen bleiben.
Warnzeichen, die sofortige tierärztliche Hilfe erfordern
Vorsicht bei der Wahl der Praxis bedeutet nicht, Hilfe aufzuschieben. Wenn eine Katze krank wirkt, kann Abwarten gefährlich sein.
Kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt, wenn Ihre Katze folgende Symptome zeigt:
- Futterverweigerung
- starke Apathie
- wiederholtes Erbrechen
- Durchfall, besonders mit Blut oder starkem Geruch
- Anzeichen von Austrocknung
- Fieber oder ausgeprägte Schwäche
- plötzliche Verschlechterung
- Bauchschmerzen
- Atemnot
- neurologische Symptome
Wenn eine Infektion vermutet wird, rufen Sie die Praxis vor der Ankunft an und beschreiben Sie die Symptome. Eine gute Praxis kann Ihnen sagen, wie Sie kommen sollen, um das Risiko für andere Tiere zu verringern: separater Eingang, Warten im Auto, Isolationsraum oder andere Vorsichtsmaßnahmen.
Die wichtigste Botschaft
Eine Wohnungskatze ist vor vielen Gefahren des Freigangs geschützt, aber nicht vor jedem Infektionsrisiko. Der Halter kann zur Brücke zwischen der Außenwelt und der Katze werden, besonders nach Kontakt mit fremden Katzen, kranken Kitten, Tierheimen oder Tierarztpraxen.
Sinnvolle Hygiene erfordert keine Angst und sollte das Leben nicht in ständige Sorge verwandeln. Aber sie verlangt einige einfache Gewohnheiten: Hände waschen, Kleidung nach riskantem Kontakt wechseln, keine potenziell kontaminierten Gegenstände ins Zuhause bringen, Transportboxen in Praxen nicht auf den Boden stellen, geeignete Praxen für Routinebesuche wählen und keinen Kontakt zwischen den eigenen Katzen und unbekannten Tieren zulassen.
Katzen zu lieben bedeutet nicht nur Zuneigung und Fürsorge. Es bedeutet auch Verantwortung für ihre Sicherheit. Manchmal kann eine sehr einfache Handlung, zum Beispiel gründliches Händewaschen, bevor man die eigene Katze berührt, einen enormen Unterschied machen.
Written by Sergej Reiner, felinology specialist at Royal Esprit cattery.
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